Klooschießer Haudegen plaudern

 

Man sehnt den klirrenden Frost herbei

 

 

Spohle/WBö. Aktiv einbringen am letzten Tag im Jahr, das ist ein freiwilliges „Muß“ für die Klootschießer beim Silvesterwerfen auf dem Sportplatz in Spohle. Da dürfen auch die Schlachtenbummler, die sogenannten „Käkler und Mäkler“ nicht fehlen. Bekannte Gesichter, ältere Klootschießer Haudegen dann beim Fachsimpeln. So auch das Quartett, die beiden Grabsteder Günther Nannen (73 Jahre) und Georg Eilers (81), der Zeteler Bernd Stroje (81) und der „Bär von Ellens“, der mehrfache Klootschießer Europameister Hans-Georg Bohlken (53). Von den Feldkämpfen der letzten Jahrzehnte haben sie alle keinen verpasst. Da haben sie sich auch vielfältig als Helfer im Oldenburger-Team mit eingebracht, so als Matten- oder Brettträger. Bernd Stroje: „ Habe die Ländereien für die Feldkämpfe mit ausgesucht. Möglichst so dass wir unsren Heimvorteil gegen die Ostfriesen nutzen konnten.“ Ins Schwärmen kommen sie wenn sie von der „guten, alten“ Zeit sprechen: „ Da hatten wir bei den Länderkämpfen 10000 (zehntausend) Zuschauer. Anekdoten reichlich, so Georg Eilers: „ Hansi (Hans-Georg) schoss die Kugel gegen eine Hochspannungsleitung. Da flogen die Funken.“ Auch hatte da das Klootschießen einen wesentlich höheren Stellenwert, so Günther Nannen: „ Die guten Klootschießer waren die Idole des Friesensports.“ Auch das Miteinander, die Teamfähigkeit bestens: „ Die Bahnweiser kannten die Eigenschaften von jedem Werfer genau, und stellten sich darauf genau ein.“ Die guten Werfer gingen oft generationsübergreifend, aus Klootschießerfamilien hervor. Mit einem Schmunzeln das Quartett: „ Nach den Feldkämpfen wurde ausgiebig gefeiert.“ Die Vorrausetzungen für die Feldkämpfe waren im vorigen Jahrhundert auch besser: „ Da hatten wir die klirrende Frostwinter, und auch die kleinen Feldkämpfe, Nachbarvereine und Kreise, ohne Brett und Matte, gegen einander. „ Wurde da eine gefrorene Eisfläche getroffen, dann sauste die Kugel schon mal 160 bis 180 Meter übers Feld. Günther Nannen: „ Bei entsprechendem Wetter brach das Klootschießerfieber aus. Da musste ich hin.“ Das heute nicht so leicht die Spitzenleistungen im Klootschießen fallen, sieht der Europameister Hans-Georg Bohlken, auch in dem jetzt sehr großen Überangebot im Sport und der Freizeit. Bohlken: „ Es ist schade das die Jugendlichen nicht mehr so konzequent das Klootschießen betreiben. „ und Bohlken weiter; „Die Vorrausetzungen, Bereitschaft zum Klootschießen, Wohnen und Arbeit im Dorf, haben sich jetzt mit der Schule, Studium außerhalb, auch verlagert. Gespannt verfolgten die Vier die Würfe der Aktiven, und wie es am Brett abging. Anschließend mundeten im Feuerwehrhaus die Berliner und der Kaffee oder ein Glühwein. Das Frauenteam Maja Römermann, Traute Jochens-Heinecke, Bärbel Büntemeyer. Ingrid Watermann Scholz und Tanja Bruns leistete ganze Arbeit. Ein Lob sprach der Landesvorsitzende Robert Schröder dem Team aus, ebenso dem Kreisverband Waterkant, die Vereine aus dem Raum Varel, die sich bei den Bahndiensten auf dem Platz einbrachten, sowie die Bahnweiser für das Anzeigen der optimalen Würfe. Einen Wunsch haben die Friesensportler für das neue Jahr: Den klirrenden Frost, damit die Feldländerkämpfe terminiert werden können.

Kategorie: Feldkampf, geschrieben am 01.01.2016 von Robert Schröder